9. DEUTSCHER SENIORENTAG: DGB FÜR STARKEN GENERATIONENVERTRAG
8. Juni 2009
Anlässlich der Eröffnung des 9. Deutschen Seniorentages hat der Deutsche Gewerkschaftsbund die politischen Parteien aufgefordert, den demographischen Wandel sozial gerechter zu gestalten und so den Generationenvertrag zu stärken.
DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach betonte am Montag in Berlin, das Altwerden könne nur als Chance begriffen werden, wenn die Menschen auch gesund und ohne Existenzängste in den Ruhestand gehen können. Die Realität sehe jedoch für einen großen Teil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ganz anders aus. „Wer mit 55 Jahren keinen Job mehr findet, seit Jahren arbeitslos ist, mit Dumpinglöhnen abgespeist wird oder sich für den Betrieb kaputtgearbeitet hat und trotz eines langen Arbeitslebens eine Rente bekommt, die nicht zum Leben reicht, hat weder Chancen noch Perspektiven“, sagte Buntenbach.
Der Seniorentag dürfe deshalb keine Schönwetterveranstaltung werden. „Angesichts der drohenden Welle von Altersarmut erwarten wir von den Parteien ein klares Signal für eine Politik der sozialen Sicherheit sowohl für die heutigen als auch für die zukünftigen Rentnerinnen und Rentner“, so Buntenbach. Nur mit mehr sozialer Gerechtigkeit innerhalb der Generationen sei auch eine Stärkung des Generationenvertrages machbar.
„Es geht in erster Linie um die Rettung von Arbeitsplätzen, aber auch um anständige Löhne, mehr Prävention im Betrieb, gesundheits- und alternsgerechte Arbeitsbedingungen sowie gleitende Übergänge in eine Rente, die zum Leben reicht. Die Humansierung der Arbeit darf in der Krise nicht untergehen, sondern muss dringend ausgebaut werden“, betonte die DGB-Sozialexpertin.
Zur Bewältigung des demographischen Wandels forderte Buntenbach zudem eine gerechte Verteilung der Lasten. „Es darf nicht länger so sein, dass Beschäftigte und Rentner die Lasten allein übernehmen müssen, während die Arbeitgeber ständig entlastet werden und die Reichen und Superreichen keinen Beitrag zur Generationengerechtigkeit leisten“. Insbesondere bei den Kosten und Folgekosten der Wirtschaftskrise seien grundlegende Weichenstellungen für mehr sozialen Ausgleich erforderlich.
Für mehr Sicherheit im Alter fordert der DGB u. a. den Ausbau der Gesetzlichen Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung, eine bessere Absicherung von Langzeitarbeitslosen, Erwerbsgeminderten und Geringverdienern sowie die Abschaffung der Rente mit 67.
PDF: Seniorenpolitische Eckpunkte