DGB
AKTUELLESGEWERKSCHAFTEN UND SOZIALVERBÄNDE WARNEN VOR STEIGENDER ALTERSARMUT
PDF „Erhöhtes Risiko von Einkommenseinbußen und Altersarmut”
GEWERKSCHAFTEN UND SOZIALVERBÄNDE WARNEN VOR STEIGENDER ALTERSARMUT

18. Mai 2009

Nach einer Studie des „Netzwerks für eine gerechte Rente”, die Gewerkschaften und Sozialverbände Mitte Mai der Öffentlichkeit vorgestellt haben, drohen die Einschnitte in der Rentenversicherung, die Sicherung des Lebensstandards von größer werdenden Teilen der künftigen Rentner nicht mehr zu gewährleisten. Zugleich ist zu befürchten, dass die Altersarmut wächst. Bereits heute muss jeder zehnte Mann mit einem Alterseinkommen von weniger als 750 Euro im Monat auskommen, einem Einkommen, das unterhalb der Armutsschwelle liegt. Diese liegt bei 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland. Bei den Frauen ist der Anteil noch höher: 19 Prozent der westdeutschen und zwölf Prozent der ostdeutschen Frauen haben weniger als 750 Euro zur Verfügung. Alles deutet darauf hin, dass die Rente mit 67 diese Entwicklung noch entscheidend verstärken wird. Verschärft wird die Situation durch die Wirtschaftskrise, in der mehr ältere Arbeitnehmer ihren Job verlieren. Als Ursachen für geringe künftige Rentenansprüche nennt die Studie mehrere Gründe: Ein Großteil der Arbeitslosen über 55 Jahre hat keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt und wechselt direkt in die Rente. Durch die Einführung der Rente mit 67 werde die Zahl der älteren Arbeitslosen ebenso steigen wie die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit. Dies bedeutet für die Alterssicherung: Wer aus der Langzeitarbeitslosigkeit in die Rente wechselt, muss bis zu 14,4 Prozent Abschläge hinnehmen. Von Armut bedroht sind außerdem diejenigen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht mehr arbeiten können und deshalb eine Erwerbsminderungsrente beantragen. Beschäftigten in Minijobs und im Niedriglohnbereich sowie Selbständigen droht ebenfalls Armut im Alter.

PDF: „Erhöhtes Risiko von Einkommenseinbußen und Altersarmut”