8. September 2009
Zum aktuellen Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamts sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Dienstag in Berlin: „Die Kritik an der Gesetzlichen Rentenversicherung ist in jedem Einzelfall berechtigt. Wir warnen jedoch vor einer pauschalen Diffamierung der Rentenversicherung und einer Verunsicherung der RentnerInnen." Die "Bild"-Zeitung hatte am Dienstag über fehlerhafte Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung berichtet, die zur Folge hatten, dass tausende Rentner zu wenig Geld bekommen hatten.
Fakt ist, so Buntenbach, "dass knapp 1,3 Prozent der Rentenanträge aus dem Jahr 2007 korrigiert werden mussten. Diese Beratungs- oder Bearbeitungsfehler müssen künftig vermieden werden. Deshalb dürfen die Einsparziele bei den Verwaltungskosten der Rentenversicherung nicht zu Lasten des Personals gehen. Damit alle RentnerInnen von Anfang an die Renten bekommen, die ihnen auch zustehen, muss vor allem die Beratungsqualität der Gesetzlichen Rentenversicherung verbessert werden. In diesem Zusammenhang weisen wir auf das breite gewerkschaftliche Angebot von ehrenamtlichen Versichertenältesten hin, die ihre Hilfe beim Antragsverfahren vor Ort anbieten.
Fakt ist aber auch: Die Fehlerquote ist gering, die Kontrolle funktioniert und die Rentenversicherung hat schnell gehandelt. Es besteht kein Anlass, die RentnerInnen zu verunsichern. Im Gegensatz zu dem Dschungel privater Altersvorsorgeprodukte bietet die Gesetzliche Rentenversicherung auch weiterhin ein hohes Maß an Verlässlichkeit. Das Problem liegt vielmehr darin, dass die Leistungen von der Politik um bis zu 25 Prozent gekürzt worden sind und uns eine Welle von Altersarmut bevorsteht, wenn die nächste Bundesregierung nicht gegensteuert.